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Kreistagsfraktion im Landkreis Schaumburg
03.11.2003



PRESSEMITTEILUNG ZUR REFORM DER GEMEINDEFINANZEN


Gemeindefinanzreform jetzt ! Grüne Kreistagsfraktion bringt Resolution ein

Die Gemeinden und Städte haben mit ihren Protesten und Forderungen für eine bessere Finanzausstattung einen wichtigen Erfolg erzielt".

Mit diesen Worten umschrieb Thomas Stübke für die grüne Kreistagsfraktion von Schaumburg die Einigung zwischen Grünen und SPD zur Reform der Gemeindefinanzen. Die Gesetze zur Reform der Gewerbesteuer und zur Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe standen am 17.10. im Bundestag und werden am 07.11.2003 im Bundesrat zur Abstimmung stehen. "Zwei wichtige Termine für die Kommunen, bei denen sich entscheiden wird, ob sich 2004 die Talfahrt der kommunalen Finanzen fortsetzt oder nicht", unterstrich Hartwig Dankwerth die Bedeutung einer Einigung der Parteien auf eine Gemeindefinanzreform, die am 1. Januar 2004 in Kraft tritt.

Jetzt sei die CDU am Zug. Eine Blockade der Reform, wie von CDU- Spitzen angekündigt, wäre ein schwerer Schlag gegen existentielle Interessen der Gemeinden und Städte. Die Nachbesserungen an den Regierungsentwürfen der relevanten Gesetze kommen den kommunalen Forderungen deutlich entgegen.

Mit einem Entlastungsvolumen von 5,0 Mrd. Euro in 2004 und 5,5 Mrd. Euro ab 2005, zusammengesetzt aus der Reform der Gewerbesteuer einerseits und der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe andererseits, wäre den Kommunen schnell und nachhaltig geholfen. Als besonders wichtig bezeichnete Cornelia Laasch die geplante Sofort-Absenkung der Gewerbesteuerumlage von 28 auf 20%. Damit könne bereits in den ersten Monaten des Jahres 2004 mehr Geld in den Gemeindekassen verbleiben. Der zweite Erfolg für die Kommunen sei die Verbreiterung des Kreises der Steuerpflichtigen um die Freiberufler und die Erweiterung der Bemessungsgrundlagen für Konzerne. Damit werde die Gewerbesteuer ein großes Stück weit konjunktur- unabhängiger und für die Gemeinden kalkulierbar.

Die für die großen Kapitalgesellschaften vorgesehene Hinzurechnung von Mieten, Zinsen, Pachten und Leasingraten zum Gewerbeertrag werde dazu beitragen, Steuerschlupflöcher zu schließen. Genau das hätten die Kommunen immer gefordert. Die Mitglieder der Kreistagsfraktion betonen, dass der neue Gesetzesentwurf die Schieflage zu Lasten der kleinen und mittelständischen Personenunternehmern korrigiere. Angesichts der mit dem verbesserten Gesetz vorgesehenen Steuerentlastungen könne die Wirtschaft nun keine ernsthaften Einwände mehr vorbringen.

In aller Deutlichkeit wandten sich die grünen Kreistagsmitglieder gegen eine Blockade des Gesetzes im CDU- dominierten Bundesrat. Man fordere deshalb in einer in den Kreisausschuss eingebrachten Resolution von der niedersächsischen Landesregierung, dem Gesetz zur Reform der Gemeindefinanzen zuzustimmen.

Eine Regierung, die zur Konsolidierung des Landeshaushaltes schamlos den Kommunen Mittel streicht und örtliche Leistungskürzungen vornimmt, habe nun allen Grund, mit dafür zu sorgen, dass "endlich Licht am Ende des dunklen Tunnels der kommunalen Finanzausstattung erscheint", betonte Thomas Stübke für die grüne Fraktion abschließend.



R e s o l u t i o n

Gemeindefinanzreform jetzt !

Der Kreistag des Landkreises Schaumburg hat Bund und Länder in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, entsprechend ihren wiederholten Zusagen eine Gemeindefinanzreform zu beschließen. Angesichts der dramatischen Entwicklung der Kommunalfinanzen lautete die Forderung: die Einnahmen der Gemeinden und Städte dauerhaft stärken und verstetigen! Nur so kann verhindert werden, dass uns unsere kommunale Gestaltungsfähigkeit genommen wird und die im Grundgesetz verankerte Idee der kommunalen Selbstverwaltung zur Leerformel verkommt.

Zum Beschluss des Bundestages vom 17.10.2003 zur Reform der stellt der Kreisausschuss fest:

Der massive Protest und die Forderungen der Gemeinden und Städte haben die Berliner Regierungsfraktionen bewogen, die Reform der Gewerbesteuer nachzubessern. Die erzielten Ergebnisse kommen den Interessen der Kommunen ein großes Stück entgegen. Die Senkung der Gewerbesteuerumlage auf 20% wird zu einer spürbaren Entlastung schon im Jahr 2004 führen. Die Verbreiterung des Kreises der Steuerpflichtigen und die Einbeziehung erweiterter Steuertatbestände für verbundene Unternehmen wird die Gewerbesteuer- Kalkulation auf eine breitere Basis stellen. Damit wird der Konjunkturabhängigkeit der heutigen Gewerbesteuer entgegen gewirkt. Die am Regierungsentwurf kritisierte Schieflage zwischen der Entlastung der Kapitalgesellschaften einerseits und einer zusätzlichen Belastung der kleinen und mittelständischen Personenunternehmen wird korrigiert. Die prognostizierte Entlastungswirkung für die Kommunen mit einem Volumen von 5,0 Mrd. Euro in 2004 und 5,5 Mrd. Euro ab 2005 geht eindeutig in die richtige Richtung. Diese finanzielle Verbesserung der Kommunen setzt sich aus der Entlastung durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe einerseits und der Reform der Gewerbesteuer andererseits zusammen. Die Kommunen brauchen diese Entlastung im Jahr 2004!

Aus den genannten Gründen fordert der Kreisausschuss Schaumburgs die niedersächsische Landesregierung auf, dem Gesetz zur Reform der Gewerbesteuer im Bundesrat zuzustimmen.

Die Fraktionen des Landtags und alle Landtagsabgeordneten fordern wir auf, sich für ein niedersächsisches Ja zur Reform der Gewerbesteuer einzusetzen. Eine Blockade des Gesetzes im Bundesrat würde dazu führen, dass die Finanzausstattung der Kommunen im nächsten Jahr noch schlechter wird.

Wir brauchen nicht nur Soforthilfe

die wir mit der Senkung der Gewerbesteuerumlage bekommen

wir brauchen vor allem Verlässlichkeit und Planungssicherheit für die nächsten Jahre.

Die Reform der Gewerbesteuer darf nicht verschoben werden. Im Interesse der Kommunen ist ein parteiübergreifender Kompromiss jetzt möglich. Niedersachsen darf sich diesem nicht verweigern !

Mit freundlichen Grüßen

Gez. Thomas Stübke
Fraktionsvorsitzender