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Geschichte und Bestandsaufnahme

Vehler Mühler


1537 Urkundliche Erwähnung ("de mole tho vhelden") als Stiftsmühle des Stiftes Obernkirchen

1565 Mühle geht in den Besitz des Grafen Otto IV. über. (Einzug der Probsteigüter oder "Bede" (Schutzgebühr an den Landesherren)

1714 Bau des Kaskadenwehres

1850 Errichtung des Mühlengebäudes in Ziegelbauweise

1866 Pachterhöhung um 30 Taler wegen Genehmigung der Nutzung von Dampfkraft

1913 Neubau des jetzigen Mühlengebäudes auf den alten Sandsteinfundamenten nach einem Brand

1916 Einbau der Francis-Turbine

1980 Einbau eines Stromgenerators mit 12kW Leistung für den eigenen Bedarf

Die Mühle in Vehlen ist eine der ältesten Wassermühlen in Schaumburg- Lippe. Sie war schon vor 1537 vorhanden (denn da wird sie in den Akten als "de mole tho Vhelden" erwähnt), wenn auch wahrscheinlich ein paar hundert Meter bachaufwärts oberhalb der jetzigen Anlage. Die Mühle war zunächst im Besitz des Stiftes Obernkirchen, dann wird sie in den Akten als "eine von vier herrschaftlichen Mühlen" des schamburg-lippischen Amtsbezirks Bückeburg erwähnt. Im 19. Jahrhundert ging die Mühle in Privatbesitz über, seit 1953 war sie im Besitz des Müllermeisters Friedrich Lehra.

Die Technik der Mühle Der Höhenunterschied zwischen der Wehranlage oberhalb der Mühle und der Einmündung des Mühlengrabens in die Aue beträgt 3,87 Meter. Der Nutzbare Höhenunterschied in der Mühle beträgt etwa 3,50 Meter. Zunächst wurde die Mühle von einem unterschlächtigen Wasserrad angetrieben, nach dem Bau einer Wehranlage war es möglich, ein oberschlächtiges Wasserrad anzutreiben. Dieses Rad wurde im Jahre 1916 durch ein Francis-Turbine der Firma Wetzig-Wittenberg ersetzt. Diese Turbine hat eine Nennleistung von 22,6 PS. Zwei Walzenstühle und ein Schrotgang wurden von ihr angetrieben.

Der Zustand der Mühle heute (bei Vereinsgründung) Die Turbine, die Walzenstühle und der Schrotgang sowie Antriebs-und Hebevorrichtungen sind noch in der Mühle vorhanden. Sie werden nach einer Überarbeitung auch wieder in einem funktionstüchtigen Zustand sein. Die Holzkonstruktionen in der Mühle, vor allem die Holzfußböden etc. müssen erneuert oder zumindest saniert werden.

Ansicht von Ahnser Straße über die Aue hinweg:

Auegraben


(BE)STAND DER TECHNIK

Turbine
Schrotgang mit Elevator zur Mahlgutverteilung und Mischer

2 Walzenstühle (einer davon leer) mit Speicherbehälter, Elevator, Mischer, Plansichter zur Trennung der verschiedenen Mehltypen, Bollmehl und Kleie.

Kornreinigung mit Elevator und Schälmaschine

Saatgutreinigung (elektrisch) mit Kornbeize

Kraftverteilung über zwei zentrale Transmissionsachsen (Keller / 1.OG) mit Flachriemenabtrieben

Sackaufzug vor den Eingangstüren mit Schleifriemensteuerung

diverse museale Kleingeräte: Sacknähmaschine Adler, Bandsäge, Ständerbohrmaschine, Originalwerkzeug

Zustand: Das Meiste war bis ca 1990 in Betrieb, viel Säuberung erforderlich, Ausbesserung von Holzteilen nach Bedarf, Lager sollten "sparsamen" Betrieb erlauben.

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