Agenda 21

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Rückblick auf das Vereinsjahr 2003


Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder des Vereins Vehler Mühle !

Ich darf Sie ganz herzlich zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung gut ein Jahr nach der Gründung unseres Vereins begrüßen. Ganz besonders froh bin ich drüber, daß es möglich ist, dieses Treffen bereits in der Mühle selber durchzuführen.
Bei der Gründung mußten wir noch auf die Hilfe der Vehlener Kirchengemeinde zurückgreifen, die uns damals - sicherlich gerne - ihr Gemeindehaus zur Verfügung gestellt hat, aber ich sehe es als gutes Zeichen, daß wir heute bereits den Raum nutzen können, um den es bei unserem Verein ja nun einmal geht. Wir haben zwar keine Heizung aber es pfeift uns auch kein kalter Wind um die Ohren und wir fallen nicht durch den Fußboden...

Das sich die Mühle in dem jetzigen Zustand präsentiert, haben wir den nicht wenigen Arbeitseinsätzen der vergangenen Monate zu verdanken, die ich jetzt einmal kurz aufzählen möchte:

Ende letzten Jahres war großes Reinemachen angesagt - nach zweimaligem Wassereinbruch in den Keller im Mai 2002 mußte alles 'raus. Dabei wurde gleich alles entsorgt, was beim besten Willen nicht mehr zu gebrauchen war und die für die Mühle interessanten Teile trocken auf dem Boden des Garagengebäudes gegenüber eingelagert.
Nach der vollständigen Entrümpelung wurde dann noch der eingedrungene Schlamm mit Schlauch und Wasser wieder herausgespült - das Ergebnis ist wirklich beeindruckend.
Wer - so wie ich - das "vorher" kennt, wird durch den neuen Raum wirklich überrascht. Ich glaube, so wie es bei uns im Keller jetzt aussieht, stellt man sich eine Mühle vor, eine Beobachtung, die ich auch am 31.Mai bei unsere ersten Öffnung immer wieder gemacht habe (aber da sind wir noch nicht...) !

Da war zuerst noch der 10.Mai, an dem das Kaskadenwehr (Siel) repariert wurde. Durch den Zahn der Zeit, hauptsächlich aber leider auch durch Vandalismus dummer Menschen war die mittlere Wand - die Trennung zwischen Kaskaden- und Streichwehr - so beschädigt worden, daß dringend etwas getan werden mußte, um eine Ausweitung des Schadens zu verhindern.
So wurden an diesem Tage mehrere Ladungen Beton angemischt und die herausgebrochenen Steine in mühsamer Arbeit aus dem Wasser gesammelt und wieder in die Wand eingepuzzelt. Parallel dazu bekam der Schuppenanbau ein neues Dach, damit Tobias Illgner seine Holzwerkstatt dorthin verlagern kann.

Am 30 Mai fand dann eine weitere Entrümpelungsaktion statt, wir haben hauptsächlich Metallteile und alte Kabel zum Schrotthändler gebracht und dabei sogar ein leichtes "Plus" erzielt...

Am 23. August wurde der Turbinenschacht freigelegt. Über die Jahre hatte er sich nahezu vollständig mit Schlamm gefüllt, so daß die Turbine nahezu kein Wasser bekam und im letzten Jahr schon nicht mehr so recht anlaufen wollte.
In mühevoller und anstrengender Handarbeit wurden mehrere Kubikmeter Schlamm aus dem Turbinenraum und dem Rechenbereich davor herausgeschaufelt und Richtung Nordsee geschickt. Dabei mußten wir leider auch kleinere mechanische Schäden an der Turbine feststellen, zu denen ich später noch kommen werde.

Am 13. September wurde die Brücke vor dem Turbinenschacht entrostet, gestrichen und mit neuem Holz belegt, so daß dieser Bereich nun wieder gefahrlos zu betreten ist.

Schließlich fand am 11. Oktober noch eine große Fenster und Altholz Entsorgungsaktion statt.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei allen Helfern an diesen Tagen - neben allen, die tatkräftig mit angefaßt haben auch für die Versorgung mit Essen und Trinken durch Frau Busche und Frau Illgner, die Bereitstellung von Werkzeug, Fahrzeugen und Logistik und den vielen kleinen Hilfen, die gar nicht so richtig auffallen, ohne die aber solche Tage wesentlich mühsamer verlaufen.
Besonderen Dank im übrigen auch an die Vertreter der örtlichen Presse, die alle Aktionen begleiteten und interessante Aktikel in ihren Blättern veröffentlichten !

Am 8.September begutachtete Herr Reinhardt aus Bruchhausen-Vilsen die Technik und Substanz unserer Mühle. Herr Reinhardt ist Spezialist für Mühlentechnik, der Kontakt kam über die Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen zustande.
Von ihm erhielten wir viele interessante Tips und Details zur Restaurierung, vielleicht ergibt sich aus diesem Treffen eine dauerhafte Begleitung unserer kommenden Maßnahmen.

Zwei weitere, ganz wichtige Termine für unseren Verein dürfen natürlich in diesem Rückblick nicht vergessen werden. Am 31.Mai fand im Zusammenhang mit der Hoffete der Meierhöfer Brauerei die erste Mühlenöffnung statt.
Angezogen durch eine große Hinweistafel auf dem Hof nutzten mehrere hundert Leute die Gelegenheit, sich die Mühle einmal näher anzusehen. Dabei zeigten sich viele Besucher von der Technik überrascht und beeindruckt und so manches interessante Gespräch kam zustande. So mancher kannte die Mühle noch als Kunde oder Vehler, hatte aber noch nie Gelegenheit, sich Details aus der Nähe zu besehen.
Insgesamt zeigte uns dieser Versuch, welch hohes Interesse der Leute an solcherart Technik besteht und das eine Mühle auch in Vehlen Anziehungspunkt für viele Menschen sein kann.

Am 30.September war dann die Vertragsunterzeichnung zwischen Eigentümer, der Stadt Obernkirchen und dem Verein Vehler Mühle. Dort wurde dann endlich vertraglich das festgelegt, was in vielen Gesprächen vorher vereinbart worden war.
Seit dem 1.Oktober ist nun die Stadt Obernkirchen Nutzerin des Mühlengebäudes, saniert dieses und stellt es dem Verein zum musealen Betrieb zur Verfügung. Für die Durchführung, Überwachung und Vergabe der Bauarbeiten ist Volker Wehmeyer beauftragt.
Für uns bedeutet das: Es kann - und muß - nun losgehen...

Der Verein Vehler Mühle hat übrigends auch einen Internetauftritt - Thomas Stübke hat uns auf seiner Homepage einen Bereich eingerichtet, auf dem aktuelles und interessantes über unsere Mühle abzurufen ist. Die Adresse kann bei ihm erfragt werden.

Insgesamt glaube ich, daß wir ein spannendes, lehrreiches und ganz erfolgreiches erstes Vereinsjahr hinter uns gelegt haben. Manche Dinge können im Ablauf verbessert werden, manche Sachen laufen schon ganz gut.
Bislang lag die Aktivität noch - auf alle Mitglieder gerechnet - auf relativ wenigen und den immer gleichen Schultern, ein Punkt, den wir in Zukunft etwas gleichmäßiger verteilen sollten.
Dazu später jedoch mehr, jetzt möchte ich zunächst einmal Volker Wehmeyer bitten, einen bautechnischen Rück- und Ausblick zu geben.

Vielen Dank !

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